Plastische Operationen exakt planen

Forschungsprojekt "Sinus" zur 3D-Erfassung in der Medizintechnik

Die Plastische Chirurgie am Klinikum rechts der Isar der TU München betritt mit dem Forschungsprojekt "Sinus", das sich mit der exakten dreidimensionalen Simulation von Körperteilen beschäftigt, absolutes Neuland. Bisher wird in der Plastischen Chirurgie mit statischen zweidimensionalen Vorher-Nachher-Aufnahmen gearbeitet. Nun sollen bereits vor der Operation Weichteilveränderungen mathematisch-physikalisch präzise und realistisch simuliert werden.

Rubrik: Visualisierung      Tag: 3D,Bildgebung,Medizin
3D-Patientenmodelle

3D-Patientenmodelle

Zur Erfassung der Körperoberfläche und Gewebestruktur werden verschiedene Methoden eingesetzt. Zu sehen hier etwa die Brustregion mit Laserlicht-Fotografie, CT- und MRT-Bildern.

© Klinikum rechts der Isar   Lupe

Die Arbeitsgruppe CAPS beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit Technologien zur 3D-Erfassung von Körperoberflächen und Weichteilgewebe. Bisher nutzt der Operateur bei plastischen Operationen herkömmliche, zweidimensionale Fotografien als Grundlage für seine Arbeit. Der Erfolg einer Operation hängt in hohem Maße von Erfahrung und individuellem Können des Arztes ab und kann nicht anhand objektiv messbarer Kriterien bewertet werden.

Ziel des Projektes

Ziel des Projektes ist es nun, eine exakte patientenspezifische 3D-Operationsplanung und -simulation zu ermöglichen. In der Industrie wird heutzutage kaum ein Gebrauchsgegenstand ohne 3D-Technologie in der Entwicklung produziert. Wir wollen das gleiche Prinzip auf den menschlichen Körper übertragen. Die besondere Schwierigkeit besteht unter anderem darin, die Körperteile in ihrer ganzen Komplexität fehlerfrei wiederzugeben, obwohl der Körper nie vollkommen bewegungslos ist.

Zwei verschiedene Ansätze

Für die Erfassung von Körperoberfläche und Gewebestruktur setzen die Wissenschaftler zwei verschiedene Methoden ein.

Während die äußere Form mittels einer speziellen Laserlicht-Fotografie in wenigen Sekunden bei jedem Patienten individuell "gescanned" wird, werden für die Simulation der Gewebestruktur vorher berechnete Mittelwerte herangezogen. Aus vielen CT- und MRT-Bildern werden nach Geschlecht, Größe, Gewicht und Alter geordnete virtuelle 3D-"Patientenmodelle" entwickelt. Oberfläche und Gewebe zusammen ergeben dann das exakte Modell eines Patienten, an dem alle OP- Maßnahmen simuliert werden können.

Noch liegt viel Arbeit vor, doch die Forscher gehen davon aus, dass die von ihnen entwickelte Methode irgendwann überall in der Chirurgie zum Einsatz kommen wird.

Projektbeteiligungen

Neben der federführenden Arbeitsgruppe CAPS (Computer Assisted Plastic Surgery) der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie beteiligt sich von Seiten der TU München auch die Fakultät für Informatik (Prof. Westermann) an "Sinus", ein weiterer Partner ist die Fakultät für Ingenieurwissenschaften und Informatik der FH Osnabrück. Die industrielle Unterstützung kommt von den Firmen Steinbichler Optotechnik GmbH, CADFEM GmbH, PolyDimensions GmbH und VRLOGIC GmbH. 90 Prozent der Projektkosten in Höhe von rund 750.000 Euro übernimmt das Bundesministerium, die restlichen 10 Prozent müssen von den Industriepartnern finanziert werden.

Von:
Erstellt:
display-Magazin
2008-06-02
Besucher:
Ratings:
35
10
Wertung:
3.6
 
Leser Top 10 - geben Sie auch eine Wertung ab!
nicht lesenswert
lesenswert
Danke für Ihre Wertung

TV-RATGEBER

TV-Check

TV-Check

Bestimmen Sie den passenden Bildschirmtyp für Ihr zu Hause.

Abstand zum Fernseher

Abstand zum Fernseher

Ermitteln Sie den optimalen Abstand zu Ihrem Fernsehgerät.

Technologie-Rating

Technologie-Rating

Welche Display-Technologie hat die Nase vorn?

THEMA - AKTUELL

Holografisches Display Projekt Real3D

Auf dem Weg zum dreidimensionalen Fernsehen

WEITERE THEMEN

Firma eintragen

Kostenloser Firmen- und Produkteintrag


Produkt des Monats

Holografisches Projektionssystem

Holografische Projektionsscheibe für höchste Ansprüche

Das Projektionssystem zeigt eine außergewöhnliche Präsentationsqualität und lässt sich leicht in vorhandene Bedingungen integrieren und bequem montieren.

Holografisches Projektionssystem

avascreen

Produkt des Monats

RollUp Display Systeme

Präsentation mit System

Präsentation mit System. Sie wollen Ihre hochwertigen Produkte und Dienstleistungen entsprechend hochwertig präsentiert - genau dort wo Ihre Zielgruppe ist?

RollUp Display Systeme

MEDIENINSEL GmbH & Co. KG

Produkt des Monats

Vollfarb Videodisplay

Brilliante Ergebnisse mit LED Videosystemen

Unsere Videosysteme basieren auf der All-in-One SMD-LED Technologie. Damit eignen sich diese ideal für extrem kurze Betrachtungsabstände, weite Betrachtungswinkel und hohe Auflösungen.

Vollfarb Videodisplay

LEUROCOM electronic displays GmbH